Ingenieurbüro Eberhard Görner

Stand der Technik

Die Luftdichtung ist spätestens seit Inkrafttreten der Wärmeschutzverordnung 1995 und der Veröffentlichung der Vornorm DIN 4108 Teil 7 Stand der Technik. Das bedeutet, dass luftdichte Konstruktionen heute stillschweigend vorrausgesetzt werden, auch wenn dies von planerischer Seite nicht explizit gefordert wird. Dies betrifft vor allem wärmegedämmte Leichtbaukonstruktionen wie Dachkonstruktionen und den Holzrahmenbau.

  • Luftdichtheit ist seit der WSchV '95 und der DIN 4108 T7 Stand der Technik.
  • unaufgeforderte Ausführung durch den Verarbeiter und Bauleiter.
  • Fehlende Luftdichtung ist ein Mangel mit einer Haftung evtl. bis 30 Jahren.

Haftung

außen innen Dämmschutz Dämmung Luftdichtung Luftströmung

Bei mangelhafter Luftdichtung haften Bauleitung und Verarbeiter gleichermaßen, wie auch Ausführende der Nachfolgewerke, soweit sie ihre Prüfungs- bzw. Hinweispflicht verletzt haben.
Da Mängel in der Luftdichtung nicht offensichtlich, also verdeckt sind, wird eine Verjährung in 2 oder 5 Jahren verhindert und kann stattdessen nach BGB bis zu 30 Jahre betragen.

Auswirkung mangelnder Luftdichtung

Messung: Frauenhofer Institut für Bauphysik, Stuttgart, unter Zugrundelegung Lufttemperaturdifferenz, außen -10°C, innen +20°C, und einer Druckdifferenz von 20Pa =2kp/qm entsprechend Windstärke 2-3. (siehe DBZ 12/89)
Skizze die Luftdurchlässigkeit einer Fuge in einer Bausubstanz zeigt.

Wärmeverluste
Bereits kleinste Undichtheiten führen zu erheblichen Wärmeverlusten, wie Untersuchungen des Frauenhofer Instituts für Bauphysik, Stuttgart, zeigen. So verringert sich die Wärmedämmung einer 1m² großen und 14cm starken Dämmung von 0,30 W/m²K auf 1,44 W/m²K, wenn sich in der Dampfbremse eine Fugen von 1 mm Breite und 1 m Länge befindet. Die Konsequenz sind höhere Heizkosten, also eine geringere Rentabilität der Wärmedämmung für den Bauherrn und eine höhere Emission von CO2.
Zu trockenes Raumklima im Winter
Das häufig zu beobachtende Phänomen der trockenen Raumluft im Winter beruht darauf, dass kalte Außenluft ins Haus eindringt und sich dort erwärmt. Kalte Luft kann im Gegensatz zu warmer Luft nur geringe Mengen Wasser aufnehmen. Dringt nun kalte Luft, (z.B. durch undichte Fugen in der Dampfbremse), ins Haus und erwärmt sich, so verringert sich dabei die relative Luftfeuchtigkeit, manchmal sogar bis unter 30%.

Sommerlicher Wärmeschutz

Abbildung die das Eindringen der Wärme durch eine Fuge zeigt

Die errechneten Werte der Phasenverschiebung und Amplitudendämpfung basieren auf der Annahme, dass sich die Wärme Pore für Pore innerhalb der Baustoffe nach innen vorarbeitet. Undichtheiten in der Luftdichtung führen jedoch zum Eindringen von warmer Luft in die Wärmedämmung und reduzieren den sommerlichen Wärmeschutz erheblich. Warme Luft strömt von der Dachoberseite in die Dämmung ein, reduziert das Dämmvermögen und verkürzt dadurch die Phasenverschiebung.

Bauschäden durch eindringende Raumluftfeuchtigkeit

Durch die beschriebene Fuge in der Dampfbremse dringt pro Normwintertag 800 g Feuchtigkeit pro Meter Fugenlänge in die Konstruktion; durch Dampfsperren (sd=50m) diffundiert ca. 0,50g/m² und durch eine Dampfbremse (sd=2,3m) ca. 10g/m² Feuchtigkeit.